Britta Kibke

Augenheilkunde bei Hunden, Katzen und Heimtieren

Erkrankungen des Auges bei Hunden, Katzen und kleinen Heimtieren kommen häufig vor: Meist sind es `harmlose´ Fälle, wie ein überschießendes Immunsystem bei Jungtieren oder eine Verlegung der Tränennasen-Kanäle. Wenn die Symptome (Zukneifen, vermehrter Tränenfluss) nur ein Auge betreffen, ist eine tierärztliche Untersuchung aber unverzüglich notwendig. Z.B. die immer wieder vorgestellten Verletzungen an der Hornhaut können eine spezielle Diagnostik (wie tief ist der Defekt?) für die richtige Therapie erforderlich machen.

Die Augenuntersuchung erfolgt schmerzlos, benötigt eine ruhige Umgebung und für die sorgfältige Befunderhebung ein wenig Zeit. Weil sich unsere Patienten gern bewegen, benutzen wir (anders als in der Humanmedizin) mobile Geräte.
Da Veränderungen am Auge internistische Erkrankungen oder Probleme in benachbarten Strukturen zugrunde liegen können, werden im Einzelfall auch Blutuntersuchungen oder Röntgenaufnahmen angefertigt
Allgemeine Augenuntersuchungen:

Ausführliche Untersuchung des Auges und seiner Umgebung mit dem binokularen Spaltlampenmikroskop für die vorderen Augenabschnitte und mit der direkten und indirekten Ophthalmoskopie zur Beurteilung von Linse, Glaskörper und Augenhintergrund.
Tonometrie (Messung des Augeninnendrucks)
Spezielle Augenuntersuchungen:

Schirmer Tränentest, Fluoreszein-Anfärbung im Kobaltblau-Licht, Lissamin-Grün-Färbung, Tränenfilmaufrisszeit
Bakteriologie, Virologie, Zytologie, Histologie
Spülung der Tränen-Nasen-Kanäle
Chirurgie:

Lidrandchirurgie: Entropium/ Ektropium, Neoplasien, Distichiasis, ektopische Zilien, veränderte Drüsen,
Chirurgie am 3. Augenlid, Eingriffe an der Kornea
Gut zu wissen:

Bei schmerzhaften Erkrankungen versuchen Hunde und Katzen oft das Problem mit den Pfoten `wegzuwischen´, wobei die Gefahr besteht, dass die Hornhaut (stärker) verletzt wird. Versuchen Sie dies bis zur Untersuchung zu unterbinden und haben Sie Verständnis, wenn Ihrem Tier das Tragen eines Halskragens verordnet wird.

Augensalben sind nach dem Anbruch ca. 6 Wochen haltbar. Mit älteren, evtl noch verfügbaren Medikamenten können Sie das Auge reizen, oder Sie verwenden u.U. einen nicht geeigneten Wirkstoff.

Antibiotikahaltige Medikamente sollten nur nach tierärztlicher Untersuchung des Auges und möglichst nach Resistenzbestimmung eingesetzt werden. Der Erhalt der Wirksamkeit von Antibiotika ist für Mensch und Tier bedeutsam. Sicher haben auch Sie schon von den zunehmend resistent werdenden Keimen in der Humanmedizin gehört?

In dem Zusammenhang ist auch der Erhalt einer wirksamen Menge des Medikamentes im Auge wichtig. Durch die ständige Reinigung des Auges über Tränenproduktion und –abfluss werden die Wirkstoffe schnell verdünnt. Versuchen Sie daher bitte unbedingt die verordnete Häufigkeit der Salben- (bzw. Tropfen-) Verabreichung einzuhalten.

Für die Hausapotheke empfehlen wir eine Bepanthen-Augensalbe oder Oculoheel Augentropfen, die z.B. bei leichten Reizungen der Bindehäute verwendet werden können.